
Mimoso do Sul, Brasil — eine klassische Pegmatit-Lokalität, bekannt für wasserklare Topas und skulpturale Aquamarin, oft auf Matrix, von Sammlern geschätzt.
Key facts
Mimoso do Sul gehört zu den klassischen pegmatitischen Fundorten im südlichen Espírito Santo für Edelstein-Topas und Aquamarin, am besten bekannt im Spezimenhandel durch die Fazenda Concórdia-Pegmatit, lange einfach als der „Mimoso do Sul Mine“ bezeichnet. Es liegt im östlichen brasilianischen Pegmatitenreich, nahe dem Treffpunkt der orogenen Systeme Araçuaí und Ribeira, wo späte granitische und pegmatitische Körper ältere hochgradige Grundgebirgsgesteine und post-kollisionsinvasive Komplexe durchschneiden. Für Sammler zählt der Fundort weniger wegen der Diversität als wegen eines scharf erkennbaren Stils: transparente bis wasserklare Topas-Kristalle, blassblau bis blaugrün, Aquamarin in verjüngten oder „Bleistift“-Formen, Aquamarin auf Mikroklin und Aquamarin mit Topas-Kombinationen sowie vereinzelt assoziierte Phenakit, die dem Fundort echtes Pegmatit-Urteil verleihen.
Die besten Mimoso-do-Sul-Exemplare haben ein alt-brasilianisches Flair: glasig, kompakt und architektonisch statt modern pakistanisch showy. Topas kann als scharf geformte, glänzende Kristalle auftreten, mit ziselierten Endflächen, manchmal wasserklar und manchmal leicht blau, grünblau oder farblich zoniert. Aquamarin ist die andere Signatur des Fundorts: tiefblau bis meergrün, häufig geätzt oder verjüngt, mit steilen Endflächen und einer skulpturalen Erscheinung, die viele Stücke sofort erkennbar macht. Feine Matrix-Exemplare sind wesentlich seltener als losgelöste Kristalle; wenn Aquamarin, Topas, Quarz, Albit, Muskovit und Mikroklin zusammen auf der Matrix erscheinen, bewegt sich das Exemplar von „schöner brasilianischer Edelstein-Kristall“ in echtes Fundort-Stück-Terrain.
Regionale Ansicht
Ländliche Ansicht
Moderne mineralogische Arbeit platziert Fazenda Concórdia unter den Pegmatiten des südlichen Espírito Santo und unterscheidet sie vom nahegelegenen Pegmatit São Domingos in Muqui. Beide Körper sind wissenschaftlich nützlich, weil sie eine vergleichsweise einfache Pegmatit-Entwicklung bewahren, statt des hochentwickelten Li-Cs-Ta-Stils einiger Distrikte in Minas Gerais. Diese relative Einfachheit gehört zum Reiz von Mimoso do Sul: Es ist kein Fundort für eine lange Checkliste seltener Phosphate, sondern für hübsche BE-F-reiche Kristallisationsprodukte in einer Quarz-Feldspat-Mikak-Pegmatit.

Foto: Rob Lavinsky, iRocks.com über Wikimedia Commons

Nach Proben suchen: Alle Proben aus Mimoso do Sul, Brasilien anzeigen
Der Sammler-Ort, der durch Mimoso do Sul repräsentiert wird, konzentriert sich auf die Pegmatitlage Fazenda Concórdia; ältere Probennamen verwenden häufig die weiter gefassten Bezeichnungen Mimoso do Sul, Mimoso do Sul Mine oder einfach Espírito Santo, Brasilien. Mindats regionaler Eintrag für die Gemeinde verzeichnet außerdem die Usina-Mine, die Pedra Riscada-Pegmatit und Santo Antônio do Muqui innerhalb von Mimoso do Sul, doch die feine Topas-Aquamarin-Probenserie, die Sammler am besten erkennen, gehört eindeutig zur Fazenda Concórdia.
Geologisch ist Fazenda Concórdia ein granitischer Pegmatit mit einfacher interner Zonenbildung. Veröffentlichtes mineralogisch-chemisches Material listet Quarz, Feldspat und Glimmer als die primären Pegmatitmineralien, wobei Fazenda Concórdia weiter Turmalin, Beryll und Topas führt. Die zugehörige Feldspatserie umfasst Kaliumfeldspat, Mikroklin, perthitischer Feldspat, Albit und Oligoklas; der Glimmer ist Muskovit; der aus dem Pegmatit analysierte schwarze Turmalin ist Schorl. Der Körper liegt in monzodioritischen bis Monzonit-Gesteinen des Torre-Plutons, Teil des Mimoso do Sul Intrusiven-Komplexes, der itself mit späterer bis post-kollisionaler Magmatismus im Araçuaí-Orogen verbunden ist. In der Nähe liegendes São Domingos, in Muqui, wird anders gelagert und ist weniger entwickelt als Fazenda Concórdia in der vergleichenden geochemischen Studie, was erklärt, warum Fazenda Concórdia die berühmtere Sammler-Serie aus Beryll, Topas, Turmalin und Phenakite hervorbrachte.
Die Mineralisierung ist der klassische Pegmatit-Kammern-Stil: Feldspat-Quarz-Glimmer-Körper mit Offenen-Raum-Gem-Kristallisation und späterer Umwandlung zu Kaolin-reichem Ton in manchen Bereichen. Die am Ort begehrtesten Proben sind kein Erz im industriellen Sinn; sie sind Kammerprodukte. Aquamarin-Kristalle können lose, einzeln terminiert, doppelt terminiert, gruppiert oder auf Mikroklin und Albit aufsituiert auftreten. Topas tritt als lose Kristalle, parallele Gruppen, Treib-Frankationen und Intergrowthen mit Quarz auf, insbesondere Rauchquarz. Sammlerfotos und Probenaufzeichnungen dokumentieren auch tongefüllte Ritzen, geätzte Oberflächen und kronenverkleidete Beryll-Stücke mit kleineren Aquamarinen im Inneren, alles Merkmale, die mit Kammerwachstum und späterer Veränderung in einer verwitterten Pegmatit-Umgebung übereinstimmen.
Bergbau und Sammeln in Mimoso do Sul waren eher kleingewerblich denn großindustrieller Bergbau. Braziliens Gemdeposits-Umfragen beschreiben das südliche Espírito-Santo-Gebiet rund um Mimoso do Sul als eine Topas- und Aquamarinregion, die jahrzehntelang von primitivem oder hal-/ semi-mechanisiertem Betrieb bearbeitet wurde. Eine solche Tätigkeit war nicht immer finanziell robust; einige Pegmatit-Abbaustellen wurden aufgegeben oder durch den Abbau der umgebenden Gesteine für Ziersteine verdrängt. Probenaufzeichnungen zeigen in den 1990er- und 2000er-Jahren einen aktiven Kontakt zum Bergwerksbesitzer: Stücke wurden 1995 und erneut im Januar 2009 vom Besitzer erworben, darunter Aquamarin auf Feldspat, Topas mit Aquamarin und große Muskovit-Bücher.
Die Produktion schien in Pulsen zu erfolgen statt als kontinuierlicher, großvolumiger Probenabbau. Ältere Marktbezüge verorten Aquamarinmaterial in den 1960er- und 1970er-Jahren; Händler- und Sammleretiketten dokumentieren Funde um 1990, 1995 und 2009; spätere Verkäufe recyceln älteres Material durch etablierte Sammlungen. Die am besten dokumentierten Mimoso-do-Sul-Aquamarine umfassen intensive sea-blue getönte, konische Kristalle, „Jackstraw“-Cluster, steil abgeschlossene Gruppen und Aquamarin, der mit Topas assoziiert ist. Topasfunde umfassen Kristalle von mindestens 9,1 cm in veröffentlichten Fotoaufnahmen, Parallelsgruppen bis ungefähr 12 cm in älteren Mineralogical Record-Indexeinträgen und eine breitere Espírito-Santo-Tradition großer Topaskristalle, die gelegentlich ältere Ortsnamen verwischen.
Der heutige Sammelzugang sollte als Privatbesitz und mineralrechtlich kontrolliert behandelt werden. Das alte Mimoso do Sul Mine/Fazenda Concórdia-Gebiet ist kein öffentliches Gebührenabbaugebiet, und kein Sammler sollte versuchen, ohne vorherige Genehmigung des Grundstückseigentümers und, falls zutreffend, des Inhabers der Bergbaurechte zu besuchen oder abzubauen. Verwitterte Pegmatit-Abbaustellen in tropischem Gelände können instabil, tückisch steil und ton-slick sein, und alte Pocket-Zonen können durch nachfolgende Bergwerke und Vegetation untergraben oder verdeckt sein. Die Mehrzahl des Sammlerzugangs zu Mimoso-do-Sul-Material erfolgt daher über ältere Sammlungen, Händler und gelegentliche Marktfreigaben statt durch Feldsammlungen.
Mimoso do Sul Topas wird wegen transparenter Glasigkeit, scharfer Form und dem blassblauen bis blaugrünen Schimmer geschätzt, der in den besseren Kristallen zu sehen ist; farblose Stücke sind am häufigsten, blauliche Töne gut dokumentiert, und seltenes gelbliches Material wird aus dem südlichen Espírito Santo-Feld berichtet. Gute Kristalle zeigen habitus orthorhombisch wie im Lehrbuch, mit hellen Flächen, keilförmigen oder pyramidal geformten Enden und minimalem Kantenschliff; gewöhnliche Stücke sind stärker geätzt, kontaktiert, erdfüllig oder am Sockel gespalten. Matrixstücke sind deutlich seltener als lose Kristalle, wobei die begehrtesten Exemplare Topas, der mit Rauchquarz verwachsen ist, auf Albit sitzt oder direkt mit Aquamarin aus Fazenda Concórdia assoziiert ist. Dokumentierte Spezimen-Größen reichen von kleinen Daumenkärtchen-Kristallen bis hin zu feinen Vitrine-Stücken, einschließlich Kristallen um 7–9 cm und älteren Referenzen zu parallelem Wachstum, das ca. 12 cm erreicht; die Top-Platzierten Stücke haben eine „Durchsichtigkeit“, wasserklare Qualität, die sie von den gewöhnlicheren trüben oder beschädigten brasilianischen Topas-Kristallen unterscheidet.
Aquamarin aus Mimoso do Sul gehört zu den markantesten brasilianischen Aquinens, wegen seines konisch zulaufenden, geätzten und steil endenden Habitus, oft mit ungewöhnlich gesättigtem Blau bis Blaugrün für den Fundort. Kristalle können als schlanke Bleistifte, skulpturale Cluster, dreieckig wirkende Gruppen auf Feldspat oder kompakte Strähnengestelle erscheinen; viele weisen Wachstumsstriationen, gekrümmte oder modifizierte Prismenseiten und geätzte Oberflächen auf, statt der langen, geraden, perfekt hexagonalen Prismen, wie sie von einigen Fundorten in Minas Gerais und Pakistan bekannt sind. Assoziationen umfassen Mikroklin, Albite, Musiker, Topas, Quarz, Rauchquarz und lokal Phenakit. In Spezimenaufzeichnungen dokumentierte Größen reichen von Daumenkärtchen rund 3 cm bis hin zu Miniaturen und kleinen Vitrinen-Stücken von etwa 4–9 cm, wobei bessere Exemplare anhand der Tiefblau-Färbung, intakter steiler Endung, Transparenz, Abwesenheit von Hämatomen an Endung und Prismenkanten sowie dem ästhetischen Sitzen des Kristalls auf der Feldspat- oder Glimmermatrix beurteilt werden.
Beryll bei Mimoso do Sul wird überwiegend durch Aquamarin vertreten, doch Fazenda Concórdia produzierte auch Heliodor und hellere nicht-Varietäten-Töne von Beryll, die mit den brasilianischen Erkundungsbeschreibungen von Beryll in weiß-gelblich, grün und blau übereinstimmen. Die Beryll-Lagerstätte ist nicht nur lapidarisches Rohmaterial: Ihre Sammlerbedeutung beruht auf gut geformten, facettierten Kristallen mit verjüngter Morphologie, geätzten Kavitäten und scharfen bis steilen Endungen, einige davon auf Microklin oder Albinit und einige tragen kleinere Aquamarin-Kristalle in Kavitäten. Guter Mimoso-Beryll zeigt starke Transparenz, glänzende Flächen, saubere Farbe und ortstypische Gewohnheiten; minderes Material kann kontaktiert, undurchsichtig, stark geätzt oder einfach als generisches brasilianisches Aquamarin etikettiert sein, ohne visuelle oder dokumentarische Belege, die es fest mit Fazenda Concórdia verknüpfen. Heliodor ist hier deutlich seltener als Aquamarin, typischerweise als kleine schlanke Kristalle mit grünlich-gelber Farbe zu sehen und sollte eher als eine spezielle Ortsvariante denn als gewöhnliche Produktion betrachtet werden.
Andere dokumentierte Mineralien aus dem Mimoso do Sul/Fazenda Concórdia-Komplex umfassen Albite, Oligoklas, Microklin, perthitische Kalifeldspäte, Kaolinit-Grundveränderungen, Muskovit, Quarz, Rauchquarz, Schörl und Phenakit. Phenakit ist die herausragende Seltenheit: veröffentlichte Fotorecords zeigen Phenakit mit Aquamarin aus dem Mimoso do Sul Mine, eine ungewöhnliche Verbindung für die Lokalität und eine der wenigen Spezies hier, die Sammler von Pegmatitensembles jenseits des Topas-Aquamarin-Publikums anzieht. Keine Mineraleinheit scheint formell mit Mimoso do Sul als Typ-Lokalität in den führenden mineralogischen Datenbanken etabliert zu sein; seine Bedeutung liegt stattdessen in einer klassischen brasilianischen Fundort-Lokalität für charakteristischen Edel-Beryll und Topas.
Mimoso do Sul materialien werden oft eher durch Weglassen denn durch Betrug falsch etikettiert. Ältere Etiketten können „Mimoso do Sul“, „Mimoso do Sul Mine“, „Mimoso do Sol“, „Espirito Santo“ oder „Brazil“ ohne Fazenda Concórdia tragen. Einige Stücke zirkulierten historisch unter breiteren oder inkonsistenten Distriktbezeichnungen, und ältere Publikationen bewahren sogar Ortsangaben, die Mimoso do Sul mit anderen Edelsteingebieten von Espírito Santo verwirren können. Für einen ernsthaften Sammler sind die stärksten Etiketten diejenigen, die Pegmatit Fazenda Concórdia oder Mimoso do Sul Mine, Espírito Santo, Brasil benennen, idealerweise mit der Historie eines Händlers, Sammlers oder Funddatums.
Das häufigste Echtheitsproblem ist der Austausch durch visuelle Ähnlichkeit. Blassblauer Topas aus Mimoso do Sul kann mit anderen brasilianischen Topas-Standorten verwechselt werden, und Aquamarin aus Mimoso do Sul kann in den weiten brasilianischen Aquamarinhandel eingemischt werden. Die zulaufende Aquamarinform ist ein nützliches Indiz, aber kein absolutes Beweismittel; vergleichbare zulaufende Aquamarine sind aus einigen anderen Regionen bekannt. Ebenso ist ein loses, klares Wasser‑Topas‑Kristall ohne zuverlässiges Etikett nachträglich schwer eindeutig Mimoso do Sul zuzuordnen. Provenienz ist wichtig.
Behandlungssorgen unterscheiden sich je nach Spezies. Blau-Topas im Edelsteinhandel werden routinemäßig bestrahlt und erhitzt, aber Mimoso do Sul-Proben-Topas wird wegen natürlicher Kristallform und Herkunft bevorzugt, nicht wegen einer Facettensteinverbesserung. Ein verdächtig intensiver, gleichmäßiger elektrischer Blau-TOPAS, der ohne alte Sammlungsgeschichte verkauft wird, verdient Vorsicht. Mimoso-Aquamarin wird typischerweise als Material mit natürlicher Farbe beurteilt; das Erhitzen von Aquamarin zur Verbesserung der blauen Färbung ist in der Schmuckwelt verbreitet, aber es gibt keinen gut dokumentierten ortsspezifischen Skandal für behandelte Mimoso-Probenkristalle. Dennoch sollte jedes sehr gesättigte loses Kristallgranol mit derselben Skepsis bewertet werden, die auf alle brasilianischen Berylle angewendet wird.
Der Zustand ist entscheidend. Topas weist eine perfekte basale Spaltbarkeit auf, und Mimoso do Sul Topas zeigt häufig Kontaktzonen, basale Brüche, kleine Kantentrauma oder Taschenwandnarben. Ein makellos wirkender abgeschlossener Kristall sollte unter stark seitlichem Licht auf Spaltblitze, reparierte Ecken und polierte Chips untersucht werden. Aquamarin ist praktischer im Umgang härter, aber die dünnen, abgeschlossenen Spitzen und steilen Enden brechen leicht ab. Viele gute Mimoso-Aquamarine weisen auch natürliche Ätzung, Ton-Einschlüsse oder Kontaktbasen auf; das ist nicht unbedingt ein Defekt, beeinflusst aber den Wert, je nachdem, wie sichtbar sie sind.
Matrix-Beispiele erzielen einen Aufpreis, weil lose Kristalle deutlich häufiger vorkommen. Aquamarin auf Mikroklin, Aquamarin mit Topas, Topas mit rauchquarz und intakte Feldspat-Glimmer-Pocket-Platten sind alle begehrenswerter als isolierte einzelne Kristalle vergleichbarer Größe. Phenakolith-Verbindungen sollten sorgfältig dokumentiert werden, weil sie für den Fundort selten sind und leicht übersehen werden. Kaolin oder Ton in Hohlräumen ist Teil des weathered Pegmatit-Charakters des Fundorts; aggressives Reinigen kann nützlichen Pocket-Kontext entfernen oder das fragile Matrix-Gefüge destabilisieren.
Auf dem Markt ist Mimoso do Sul erhältlich, aber nicht reichlich vorhanden. Kleine Aquamarin-Kristalle und gelegentliche Topas-Stücke tauchen in Händlervorräten und Auktionen auf, während feine ältere Matrix-Kombinationen deutlich seltener sind. Die stärksten Beispiele stammen tendenziell aus alten Sammlungen, brasilianischen Einkaufstouren der 1970er Jahre, späte 20. Jahrhundert-Händlervorrat oder dokumentierte Erwerbe von Mineigentümern in den 1990er–2000er Jahren. Für EarthWonders-Käufer ist das ideale Exemplar aus Mimoso do Sul eines, das saubere Ästhetik mit ortsspezifischer Habit verbindet: ein verjüngtes blaues Aquamarin, ein klarwasserklarer, kühnen Ende eines Topas, oder eine wahre Topas-Aquamarin-Kombination aus Fazenda Concórdia.
Einer der Reize von Mimoso do Sul besteht darin, dass die besten Exemplare kleine menschliche Spuren eines Ortes tragen, der nie eine gigantische industrielle Operation war. Ein Probenbericht von Kuno Stoeckli fängt die unmittelbare Pocket-Mining-Atmosphäre perfekt ein: Ein klares Topasstück, 4,1 x 3,7 x 3 cm und 77 g, wurde am 10. Januar 2009 im Bergwerk gefunden, wobei „der Fuß“ am Vormittag und „der schöne Kopf“ am Nachmittag gefunden wurden. Es ist die Art Notiz, die jeder Feldsammler versteht: Der erste Fragment beweist, dass die Tasche echt ist, der zweite macht aus dem Tag eine Geschichte.
Stoecklis Aufzeichnungen von 2009 zeigen auch, wie direkt der Handel zu jener Zeit noch sein konnte. Aquamarin-Gruppe auf Feldspat, großer gravierter Beryl mit Cavities, ausgekleidet von kleinen Aquamarinen, und sogar ein Muskovit von 12 x 11 x 7 cm Gewicht 1.235 kg wurden als vom Bergwerkbesitzer im Januar 2009 erworben dokumentiert. Dabei handelt es sich nicht um anonymisierte Pakete aus einer Schneiderei; es sind Stücke, die mit einem prac-pegmatitischen Arbeitsstück verbunden sind und zu einem benannten Moment in der späteren Sammlerhistorie des Bergwerks gehören.
Der ältere Aquamarine trugen eine andere Romantik. Ein Aquamarin aus den 1970er Jahren aus der Rich Kosnar-Sammlung wurde als funkelnder Miniatur-Opal beschrieben, mit hellblauer Farbe, glänzenden hexagonal prismatischen Gesichtsflächen, leichter Oberflächenätzung und röhrenartigen Einschlüsse, die teilweise mit hellbraunem Tonerde ausgefüllt waren. Sein historisches Interesse liegt nicht nur in seiner Form, sondern auch in seinem Zeitpunkt: In den 1970er Jahren, vor der modernen Flut feiner Aquamarine aus Pakistan und Namibia, war ein scharfer, funkelnder, euhedraler Aquamarin-Kristall aus Brasilien etwas viel Ungewöhnlicheres zum Anfassen. Kosnars Einkaufstouren in Brasilien halfen, solche Stücke in den amerikanischen Spezimenmarkt zu bringen, wo sie zu Referenzstücken älterer Sammlungen für den Ort wurden.
Mimoso do Sul verfügt auch über eine kleine Galerie von Spezimen-Spitznamen und Sammler-Superlativen. Eine Matrix-Topas, der zwischen Quarzkristallen aufstieg und teilweise mit perlenartigen lepidolithähnlichen Glimmern auf Albit bestäubt war, wurde von seinem Sammler „Der König“ genannt. Andere Berichte sprechen von einem Aquamarin-„Dreieck“ auf Feldspat, einem großen gravierten Beryl mit Cavities winziger Aquamarinen und einer Topas-auf-Aquamarin-Kombination, die 1995 vom Bergwerkbesitzer erworben wurde. Diese Details sind wertvoll, weil sie zeigen, was Mimoso do Sul wirklich auf Höchstniveau produziert hat: nicht nur Rohmaterial zu Facetten, sondern vollständige Pegmatit-Objekte mit Taschenarchitektur, Mineralien-Verbindungen und genügend Charakter, um Jahrzehnte später noch erkennbar zu bleiben.
Costa, F. C. da; Scholz, R.; Marques, R. de A.; Queiroga, G. N.; Castro, M. P. de. „Geoquímica de Feldspato, Mica, Berilo e Turmalina e Geocronologia U-Pb em Monazita dos Pegmatitos Fazenda Concórdia e São Domingos - Espírito Santo, Brasil.“ Anuário do Instituto de Geociências - UFRJ, 43(3), 2020, 1–22. Das wichtigste moderne wissenschaftliche Papier über Fazenda Concórdia und São Domingos Pegmatite, mit Mineralchemie, Zonation und geochronologischer Einordnung.
Costa, F. C. da; Scholz, R.; Marques, R. de A.; Queiroga, G. N.; Castro, M. P. de. DOI-Eintrag für „Feldspat, Mica, Beryl und Turmalin Geochemie und U-Pb Geochronologie in einer Monazit aus Fazenda Concórdia und São Domingos Pegmatiten - Espírito Santo, Brasil.“ Beständige DOI-Landing-Route für dieselbe Fazenda Concórdia/São Domingos-Studie.
Benitez, L.; Chaves, M. L. de S. C.; Vieira, V. S.; Silva, S. M. da. „Depósitos de Minerais Gemológicos no Estado do Espírito Santo.“ 46º Congresso Brasileiro de Geologia, 2012. Nützliche regionale Synthese, die das südliche Espírito Santo-Feldgebiet um Mimoso do Sul als hauptsächlich Topas und Aquamarin identifiziert, über Jahrzehnte in kleinskaligen Betrieben bearbeitet.
Rodrigues, R. D.; Coelho, M. V. S.; Souza, A. M.; Geraldes, M. C.; Macedo, I. M. L.; Hubner, I. C. „Geochronologie U-Pb der Pegmatite der Fazenda São Domingos und Fazenda Concórdia (Mimoso do Sul, Espírito Santo - Brasil).“ 51º Congresso Brasileiro de Geologia, 2024. Neuer Konferenz-Abstract, der U-Pb-Zirkonalterbeschränkungen berichtet und die Pegmatite mit dem post-kollisional Araçuaí-Magmatisismus verbindet.
Fontes, Cid Queirós et al. “Projeto Mimoso do Sul: Relatório Final.” CPRM, 1981, 4 Volumes. Technischer Bericht des Brasilianischen Geologischen Dienstes zum Projektgebiet Mimoso do Sul; wichtige regionale geologische Hintergrundinformationen.
Morteani, G.; Preinfalk, C.; Horn, A. H. “Classification and mineralization potential of the pegmatites of the Eastern Brazilian Pegmatite Province.” Mineralium Deposita, 35, 2000, 638–655. Breitere Klassifikation der östlichen brasilianischen Pegmatitprovinz; relevant für Pedra Riscada in der Nähe und das regionale Pegmatit-Framework.
The Mineralogical Record general index, Volumes 26–35: Topaz entries for Mimoso do Sul Mine. Indexeinträge bewahren ältere Quellen zu Topas aus Mimoso do Sul, einschließlich blauer und grüner Kristalle, Rauchquarz-Assoziationen und parallelem Wachstum.
[Der allgemeine Index der Mineralogical Record, Bände 26–35: Beryl-Einträge für die Mine Mimoso do Sul.] Indexeinträge, die tiefblaue Aquamarin-Prismen mit Topas- und Strohhalm-Cluster aus Mimoso do Sul dokumentieren.
[Der allgemeine Index der Mineralogical Record, Bände 1–25: Beryl-Einträge für Mimoso do Sul und Fernandes-Abba.] Ältere Indexverweise zu ungewöhnlichen Aquamarinen-Habitaten und „Glas-Cigarrete“-Aquamarin-Material aus dem Gebiet von Mimoso do Sul.
Mindat: Mimoso do Sul, Espírito Santo, Brasil Regionales Mindat-Dokumentationsblatt für die Gemeinde, mit Lokalitäts-Hierarchie und der dokumentierten Mineralienliste aus Mimoso do Sul.
Mindat: Fazenda Concórdia Pegmatit, Mimoso do Sul, Espírito Santo, Brasil Haupt-Interessentenlokalität für die Mimoso do Sul Mine / Fazenda Concórdia Pegmatit.
Mindat Fotogalerie: Fazenda Concórdia Pegmatit Beste einzelne visuelle Referenz für die Topas-, Aquamarin-, Mikroklin-, Muskovit- und Phönakiet-Verbände am Ort.
Mindat: Aquamarin aus Fazenda Concórdia Pegmatit Fundortaufzeichnung, die Aquamarin in Fazenda Concórdia und beobachtete zugehörige Mineralien in Foto-Daten zusammenfasst.
Mindat: Topas aus Fazenda Concórdia Pegmatit Fundortaufzeichnung für Topas am Fundort.
Mindat-Forum: Lokalitätsaktualisierung für Mimoso do Sul Mine / Fazenda Concórdia Nützliche Diskussion, die die ältere Bezeichnung „Mimoso do Sul Mine“ mit der Fazenda Concórdia Pegmatit verbindet und die Identifikation von Schorl erläutert.
Wikimedia Commons: Mineralien der Mimoso do Sul Mine Open-License-Bildkategorie mit Topas-, Aquamarin- und Phönakiet-Beryll-Fotografien aus dem Fundort.
Gemdat: Espírito Santo, Brasil Gem-Fundort-Kreuzreferenz, die Fazenda Concórdia als Mimoso do Sul Mine listet und sie unter Espírito Santo-Gemvorkommen platziert.
Mineral Auctions: Aquamarin aus Mimoso do Sul der 1970er Jahre, ex Rich Kosnar Marktgeschichte-Beispiel eines alten brasilianischen Aquamarins mit Herkunftsnachweis und Preisnachweis.
Fabre Minerals: Brasilien Referenzproben Händlerarchiv mit dokumentierten Mimoso do Sul Aquamarin- und Topasreferenzstücken.
Crystal Mine: Mimoso do Sul Topas Archivliste Händler-Beleg mit typischen modifizierten Topas-Kristallen und tongefüllten Ätzungen aus Fazenda Concórdia.
Mineral Mike: Mimoso do Sul Aquamarin-Kristall-Archiv Kleines Muster-Marktexemplar, das einen 31 mm großen blau-grünen Aquamarin-Kristall dokumentiert.